Gemeinsam! ins Wintersemester 18/19

Das Wintersemester 2018/2019 ist da, und damit auch unser Programm. In einer Zeit, in der Rechte Meinungen immer mehr Raum bekommen, in der Nazis Hetzjagden gegen nicht-weiße Menschen veranstalten und Parteien aller Lager mit Rassismus, Sexismus und Homophobie auf Stimmenfang gehen, sagen wir: Wir lassen uns nicht spalten, gegeneinander ausspielen oder instrumentalisieren. Darum arbeiten wir basisdemokratisch und solidarisch – Für eine Gesellschaft, in der wir ohne Angst verschieden sein können. Weiterlesen

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Statement: Marginalisierte Gruppen unter Beschuss: LHG und RCDS greifen autonome Referate an

In der nächsten Woche finden Hochschulwahlen statt. In der Wahlzeitung lassen sich in den Forderungen zweier hochschulpolitischer Gruppen – dem RCDS und der Liberalen Hochschulgruppe – Punkte finden, die vor allem mit rechtspopulistischen Phrasen auffallen und darüber die Arbeit autonomer Referate angreifen, diskreditieren und in Frage stellen. Das gibt uns Anlass dazu, Stellung zu beziehen.

Der RCDS, welcher sich nach eigener Aussage „zu christdemokratischen, konservativen und liberalen Werten” bekennt, fordert beispielsweise „die Abgrenzung der Hochschulpolitik von Allgemeinpolitik”, also eine Entpolitisierung der Hochschulpolitik. Es ist unschwer erkennbar, wie sehr Allgemein-, Stadt- sowie Hochschulpolitik miteinander zusammenhängen. Ein AStA, der sich nicht einmischt, wird seinem Zweck nicht gerecht. Zweifelhaft erscheint auch die Forderung zum „Erhalt der freien Diskussionskultur ohne übertriebene politische Korrektheit”. Was damit gemeint sein soll und wo der RCDS diese zu finden meint, bleibt unklar.

Der RCDS steht auch für „eine restriktivere Vergütung autonomer Referate” und schreibt sich auf die Fahne, eine angebliche „AStA Geldverschwendung stoppen” zu wollen. Die autonomen Räume im AStA und auch das intersektionale black_poc feministische Archiv sind erkämpfte Räume marginalisierter Gesellschaftsgruppen. Eine Kürzung der finanziellen Mittel ist eine Existenzbedrohung für die einzigen Räume dezidiert feministischer, und LGBTI-politischer Arbeit in Marburg.

Obwohl der RCDS in der Hälfte aller Forderungen studentische Kultur einschränken möchte, spricht er sich an späterer Stelle plötzlich für „den Erhalt studentischer Traditionen und Kultur” aus. Was unter ‚Tradition‘ verstanden wird, macht ein Blick auf die Listenkandidaten deutlich. Mindestens 50% sind in männerbündischen Studentenkorporationen aktiv. Nebst zwei Aktiven aus dem Verbindungshaus der ATV Marburg findet sich ein Korporierter der Marburger Burschenschaft Arminia. Während sich die ATV hauptsächlich aufs Saufen und Turnen unter Männern konzentriert, wird sich bei der Marburger Burschenschaft Arminia noch ganz traditionsbewusst gegenseitig das Gesicht mit scharfen Waffen demoliert. Die Arminia ist Gründungsbund der Neuen Deutschen Burschenschaft, einem nationalistischen Dachverband für Männerbünde.

Auch die Liberale Hochschulgruppe, kurz LHG, unterscheidet sich in ihren Forderungen selten vom RCDS.

Die LHG macht die angebliche Geldverschwendung besonders an den Minderheiten im AStA fest – genauer gesagt an, so gar nicht existenten, „5 LGBT-Referaten”. Derlei Argumente einer angeblich durch die schrille Minderheit unterdrückten Mehrheit (die ‚virulente Homolobby‘, die den ‚deutschen Volkskörper‘ unterdrückt) folgen derselben Logik, die im Zuge der Einführung von Antihomosexuellenparagraphen in Russland und anderen Ländern bedient wurde und ist anschlussfähig an Argumente des ultrarechten evangelikalen Flügels der AFD und darüber hinaus.

Die LHG fordert dafür aber einen „schlankeren AStA, der niedrigere Semesterbeiträge verlangt”– und zwar eben auf Kosten der Referate, die Interessenvertretung und Freiraum marginalisierter Minderheiten und Frauen* sind. Die Formulierung der „5 LGBT-Referate” lässt die Referate überflüssiger erscheinen, als eine Beschreibung der Realität der Referate es erreichen würde.

Es liest sich wie blanke Ignoranz, wenn so getan wird, als seien Autonome Referate intransparent. Das Autonome Schwulenreferat etwa finanziert als einzige schwule Struktur in ganz Mittelhessen mit einem Jahreshaushalt von gerade mal 6000€ ein umfangreiches Programm, welches in weiten Teilen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist. Es leistet Beratung, bietet Unterstützung bei thematischen wissenschaftlichen Arbeiten und stellt eine Bibliothek zur Verfügung, macht Antidiskriminierungsarbeit und ist basisdemokratisch organisiert.

Man kann der LHG bestenfalls Inkompetenz und schlimmstenfalls homophobe Agitation und gezielte Falschinformation vorwerfen. Für sie ist ein „AStA für Alle“ eine AStA ohne emanzipatorische Minderheitenpolitik.

Auch auf der Liste der LHG steht ein Korporierter. Dieser entstammt dem Verein Deutscher Studenten, einer Struktur, deren Gründung durch Antisemitismus angestoßen wurde.

Mit diesen Gruppen ist der Weg in die extreme Rechte schon längst geebnet.

Darum rufen wir alle Student*innen auf: solidarisiert euch mit den autonomen Referaten, informiert euch über die anstehenden Hochschulwahlen und wählt Listen, die die autonomen Referate unterstützen und sich gegen die rückwärtsgewandte Politik von RCDS und LHG stellen. Für eine Hochschule an der wir uns alle wohl fühlen können und nicht Einzelne meinen, alle zu sein.

Für eine solidarische Gesellschaft! Für mehr Freiräume! Für mehr Sichtbarkeit von Frauen* und Minderheiten! Gegen jede Form der Diskriminierung!

Autonomes Schwulenreferat im AStA Marburg.

 Wir sind noch lange nicht fertig – Statement und Forderungen des Autonomen Schwulenreferates im AStA Marburg 

Das Autonome Schwulenreferat ist die unabhängige Selbstvertretung schwuler und bisexueller Studenten an der Philipps-Universität Marburg und setzt sich als solche für eine diskriminierungsfreie Universität und eine diskriminierungsfreie Gesellschaft ein. Das Autonome Schwulenreferat sieht sich in der Tradition der zweiten Schwulenbewegung in Deutschland und steht daher für eine solidarische Politik und eine Gesellschaft in der wir „angstfrei verschieden sein“ können.  Weiterlesen

Ein Hallo zurück! zum Sommer(semester)

Liebe Freund*innen,
Liebe Mitstreiter*innen,
Liebe Interessierte,

ich freue mich, euch im Sommersemester begrüßen zu dürfen. Wie in den vergangenen Jahren auch, haben wir ein umfangreiches Semesterprogramm zusammenstellen können. Verteilt auf die Vorlesungszeit findet ihr eine breite Auswahl unterschiedlicher Veranstaltungen, sodass für Viele etwas dabei ist.

Der Schwerpunkt des Programmes liegt in diesem Semester bei der Frage nach sexpositiven Zugängen zu schwuler Politik im Speziellen, und der Frage nach einer erfüllenden und selbstbestimmten schwulen Sexualität im Allgemeinen.

Es ist uns außerdem gelungen, die Kooperation mit dem Traumakino im G-Werk weiterzuführen. Die im letzten Semester mit der ROCKY HORROR PICTURE SHOW erfolgreich gestartete Reihe Traumakino-Tunten-Takeover bekommt im Sommersemester ein vol.2!

Ein besonders erwähnenswerter Erfolg aus den vergangenen Monaten betrifft die Bibliothek des Schwulenreferates. Eine Gruppe Aktiver aus der Mitte des Plenums im Schwulenreferat hat sich zusammengetan um unsere Bibliothek zu aktualisieren, neu zu strukturieren – und damit langfristig zu sichern und zugänglich zu machen. Schon bald wird es möglich sein, Literatur online zu recherchieren und bei uns zu leihen. Zum Stöbern und zu literarischen Gesprächen lädt die Arbeitsgruppe zu der von nun an immer Mittwochs von 12-14 Uhr stattfindenden Bibliothekssprechstunde.

Im vergangenen Semester haben wir die Arbeit des Plenums intensiviert und diversifiziert. Diese Arbeit möchten wir auch im kommenden Semester weiterführen und konsolidieren. Das Plenum des Schwulenreferates trifft sich immer an veranstaltungsfreien Montagen ab 18 Uhr in unserem Raum.

Zum Abschluss des Semesters freuen wir uns auf ein ganz besonders schönes Event: Wir organisieren den 1. Queeren Poetryslam Marburg – und zwar am Freitag, den 13. Juli im Trauma im G-Werk: open Air und kostenlos!

Schaut mal in unser Programm. Wir freuen uns, euch alle bei unseren Veranstaltungen wieder begrüßen zu dürfen.

Herzliche Grüße, auch im Namen des Plenums im Schwulenreferat,

Tarek Shukrallah
Referent


 

Veranstaltungsübersicht für das Sommersemester 2018

Semesterprogramm
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23. April ASR Sektempfang  
7. Mai Hörsaal +1/0030 Das Erbe Sodoms. Gleichgeschlechtlicher Sex in christlicher Ethik. Yannick Barnekow, Uni Marburg
28. Mai ASR Mitgliederversammlung  
11. Juni Hörsaal +1/0030 Studentische Korporationen, Burschenschaften und Homophobie. Zum Verhältnis von Männerbund und Homosexualität. Isla Misty, Marburg/Jena.
25. Juni +1/0030 GAY-AntiFa-Porn. Wie Politik ist Pornografie? Eine medienwissenschaftliche Annäherung. Gitte Schmitz, Tunte von Welt
9. Juli Hörsaal +1/0030 100% haram – beeing queer in islam Sercan Aydilek
13. Juli Trauma im G-Werk Queerer Poetryslam Lorem ipsum

Traumakino-Tunten-Takeover
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24. April Hedwig and the angry inch
29. Mai Tunten lügen nicht
12. Juni Gay Porn Shorts
10. Juli Otto or Up with the Dead People (Anschließende Diskussion mit Alexander Kollecker, Uni Marburg)

Sprechstunden
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Allgemeine Sprechstunden:
Montags, 16-18 Uhr
Dienstags 12-14 Uhr

Bibliothekssprechstunde
Mittwochs, 12-14 Uhr

Plenum
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an veranstaltungsfreien Montagen um 18 Uhr.
16. April – 30. April – 14. Mai – 4. Juni – 18. Juni – 2. Juli.

 

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Lass uns Zukunft machen!

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Nach einem fulminanten Start in das Semester und drei überaus gut besuchten Veranstaltungen im Oktober haben wir uns gestern in einer Runde von fünfzehn Mitgliedern versammelt um die konstituierende Mitgliederversammlung der Legislaturperiode 2017/2018 abzuhalten.

Ich freue mich, dass mir das erneut das Vertrauen ausgesprochen wurde, die Referatsarbeit als Referent zu begleiten und möchte mich deshalb bei allen Mitgliedern, aber insbesondere beim schwulen Plenum, ganz herzlich bedanken.

Das Protokoll zur Sitzung findet ihr hier zur Nachlese.

Solidarische Grüße,

Tarek.

Hallo Homo! Rück- und Ausblicke zwischen den Semestern

Liebe Freund*innen,

das Haushaltsjahr 2016/2017 neigt sich dem Ende zu, und so kommt es, dass wir euch zu einem Blick in unser neues Programm zum kommenden Wintersemester 2017/2018 einladen wollen. Doch bevor wir den Blick in die Zukunft richten, möchte ich noch einmal kurz das letzte Jahr rekapitulieren. Weiterlesen