Kennenlernabend mit Sektempfang am 18.10.21

Wann? Am 18. Oktober 2021 ab 19 Uhr.
Wo? In unserem Referatsraum im AStA (direkt neben der Mensa!)
Zutritt mit 3G-Nachweis (geimpft, genesen und/oder getestet)

Du bist neu im kleinen Marburg und/oder suchst Anschluss an eine schwule* Szene in der Stadt?

Das Autonome Schwulenreferat im AStA Marburg ist die unabhängige Vertretung der schwulen und bisexuellen Studis in der Student*innenschaft an der Uni Marburg. Wir verstehen uns als Freiraum für Kultur, Politik, und die guten Dinge des Lebens. Dabei stehen wir in der Tradition emanzipatorischer Kämpfe der Schwulenbewegung in Deutschland.

Wir wollen dich einladen, ein Teil unseres Projektes zu werden! Komm zu unserem Kennenlernabend und lerne uns und unsere Arbeit in Wohnzimmeratmosphäre und bei einem Gläschen Sekt kennen.

Online Spiele- und Kennenlernabend am 3. Mai 2021, 20 Uhr

Du bist neu in Marburg und/oder suchst Anschluss an eine schwule* Szene in der Stadt? Du hast Lust auf einen entspannten Online-Spieleabend? Du möchtest uns und unsere Arbeit kennenlernen?

Für all dies bietet sich Gelegenheit am kommenden Montag, den 03. Mai 2021 ab 20 Uhr. Aufgrund der Corona-Pandemie ist es uns leider noch immer nicht möglich, dich persönlich in unser Referat einzuladen. Wir möchten dich trotzdem dazu einladen, uns online via Videokonferenz kennenzulernen. Wir möchten gemeinsam entspannt online Spiele zusammen spielen. Außerdem wirst du bei Bedarf aber auch die Möglichkeit haben, dort alles über das Referat als Sozialraum, unsere politische Arbeit und queeres Leben in Marburg zu erfahren.

Wenn du dabei sein möchtest, schreibe uns einfach eine Nachricht auf Facebook, Instagram oder per E-Mail an plenum[at]schwulenreferat-marburg.de.

Wir freuen uns auf dich!

Online-Workshop „doing gay disabled“ am 19.03.21

Online-Workshop „doing gay disabled“ mit Moritz Gömann
Zeit: Fr., 19.03.21 – 18 Uhr ct.
Link: https://webconf.hrz.uni-marburg.de/b/mor-vtk-9ie-phq

Welche Formen von Diskriminierung erfahren behinderte Schwule? Wie gehen die Homosexuellen- bzw. die Behindertencommunity mit diesen Menschen um? Welchen Einfluss hat die Behinderung auf Sexualität und Coming-Out? Welche gesellschaftlichen Herausforderungen müssen bezwungen werden, um sich als homosexuelles, behindertes Individuum behaupten zu können?Sowohl von der Mehrheitsbevölkerung, als auch teilweise von den Minderheiten selbst, werden Minderheiten häufig als ziemlich homogene Masse wahrgenommen. Wenn es aber Menschen gibt, die nicht nur ein Minderheitsattribut in einer Person vereinigen, sind nicht nur konservative Hardliner mit ihrer Vorstellungskraft überfordert, sondern auch die betroffenen Minderheiten haben damit teilweise Probleme.Auch wenn die Intersektionalität vor allem in den Gender Studies wirklich kein neues Thema mehr ist, ist die Forschungsintensität in einigen Bereichen noch sehr unterausgeprägt. In diesem Workshop wollen wir das Licht auf eine so gut wie nie thematisierte Gruppe werfen: homosexuelle Behinderte.Nach einem Kurzvortrag, den der Vortragende vor allem wegen fehlender Forschung auch mit persönlichen Erfahrungen garnieren muss, wird interaktiv probiert verschiede Perspektiven von Betroffenen zu analysieren und zu verstehen. Damit soll ein möglichst umfassendes Bild entstehen, um dann schließlich einen Ansatz für gelingende Emanzipation für die Betroffenen, Möglichkeiten dieses Thema in den Communitys anzusprechen und welche Bündnismöglichkeiten und Plattformen es hier gibt.Moritz Gömann, der Leiter des Workshops ist seit der Geburt körperlich behindert und schwul.

Der Workshop ist Teil eines Projektstudiums und wird in Kooperation mit dem Autonomen Schwulenreferat durchgeführt. Wegen der Corona-Pandemie wird der Workshop online stattfinden (Link: https://webconf.hrz.uni-marburg.de/b/mor-vtk-9ie-phq). Eine Simultanübersetzung in Gebärdensprache können wir leider nicht anbieten.

Online „Schminken und Trinken“ am 04.12.2020

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage ist es uns leider derzeit nicht möglich, euch zu einem Sektempfang in unser Referat oder zu Kneipenabenden einzuladen. Daher müssen wir nun versuchen, uns online Community-Räume zu erschließen und laden euch am Freitag, den 04.12. zu einem Online „Schminken und Trinken“ via Videokonferenz ein.

Die Veranstaltung soll schwulen und queeren Personen aus der Region die Gelegenheit bieten, sich in Zeiten, in denen Community-Räume geschlossen bleiben müssen, dennoch in entspannter Atmosphäre bei dem einen oder anderen Getränk auszutauschen (und sich dabei vielleicht auch zu schminken und in extravagante Outfits zu werfen). Lasst uns – gerade in der aktuellen Situation – einen Abend lang in Glitzer gehüllt alle überkommenen Geschlechterrollen vergessen!

Bei unserer Veranstaltung sind alle LGBT*IQ-People und deren Freund*innen willkommen! Wenn Du dabei sein möchtest, schicke uns bitte einfach eine Nachricht per Mail an schwulenreferat[at]asta-marburg.de, auf Facebook (@schwulenreferat) oder via Instagram (@homolobby_marburg), dann bekommst Du von uns kurz vor Beginn den Link zur Videokonferenz. Wir freuen uns auf dich! 😊🏳️‍🌈

Zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Autonome Schwulenreferat und die queere Community

Als Autonomes Schwulenreferat sind wir die Anlaufstelle für homo- und bisexuelle Studie-rende (egal ob trans- oder cisgender); wir sind ein politischer Raum, dessen Arbeitsstruktur auf einem basisdemokratischen Plenum basiert. Gleichzeitig erfüllen wir auch Funktionen eines Sozialraums. Zu Beginn der Pandemie konnten wir uns gar nicht mehr persönlich treffen, seit Ende Oktober ist die Situation erneut dieselbe: Plena, sowie Veranstaltungen des geselligen Beisammenseins müssen ins Internet verlegt werden. Die Sprechstunden der Referent*innen können nicht in Präsenz stattfinden, da der AStA geschlossen ist. Stattdessen sind die Referent*innen bei Bedarf zu entsprechenden Uhrzeiten online kontaktierbar; ein solches Angebot anzunehmen, ist allerdings bedeutend hochschwelliger, als eine Präsenz-Sprechstunde. Grundsätzlich können Online-Veranstaltungen den Sozialraum Schwulenreferat nicht ersetzen. Dies liegt unter anderem daran, dass Online-Veranstaltungen neue Hürden schaffen. Dabei handelt es sich zum einen um Hürden technischer Art, die es einzelnen Personen erschweren oder verunmöglichen können, an Online-Formaten teilzunehmen. Zum anderen können Veranstaltungen in Videokonferenz-Formaten für manche Personen mit sozialer Angst eine größere Herausforderung darstellen, als persönliche Treffen. Diese Faktoren führten dazu, dass es einzelnen Referatsmitgliedern gegebenenfalls nicht möglich ist, an unseren Online-Treffen teilzunehmen. Ein solcher Ausschluss von Personen ist für uns nicht hinnehmbar. Auch für Menschen, die neu in Marburg waren, stellt es eine zusätzliche Hürde da, den Raum als solchen kennenlernen zu können. Dies alles ist ein Problem, da es gerade während einer Ausnahmesituation wie einer Pandemie, von der marginalisierte Personen auf besondere Art betroffen sind und unter der sie stark zu leiden haben, besonders wichtig wäre, dass wir füreinander da sein können und dass LSBT*IQ-Personen in diesen herausfordernden Zei-ten nicht alleine sein müssen. Community-Räume sind für viele queere Personen die einzigen Orte, an denen sie sich ohne Angst vor Diskriminierung bewegen können. Ein Wegfall dieser Orte in der Pandemie ist ein großes Problem.

Selbst wenn die Fallzahlen im Landkreis wieder sinken und wir uns mit Abstand und Masken wieder treffen können, besteht das Problem, dass unser Referatsraum zu klein ist, als dass wir uns dort mit ausreichendem Abstand alle aufhalten könnten.

Das vergangene halbe Jahr hat uns die Wichtigkeit von Räumen erneut deutlich vor Augen geführt. Wir brauchen einen Raum, in dem wir uns während Corona treffen können und in dem das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregelungen gewährleistet werden kann, damit es uns wieder möglich sein kann, füreinander, für die Community da zu sein, auch und gera-de in Zeiten von Corona. Aber auch wenn die Fallzahlen wieder sinken und wir einen Raum finden, in dem wir uns treffen können, bleibt es eine Problematik, dass es viele marginalisierte Personen in der Stadt gibt, die nie eigene Räume hatten, wie zum Beispiel einige pre-karisierte, nicht-studentische, migrantische Personen. Es muss sich dafür eingesetzt werden, entsprechende Räume in der Stadt zu schaffen.

Generell sind wir als Schwulenreferat im Vergleich zu vielen queeren Orten, Projekten, Räumen immerhin in der privilegierten Situation, dass unser Raum und unsere Existenz durch die Anbindung an den AStA trotz der Corona-Krise derzeit abgesichert ist. Die Pandemie gefährdet viele queere Vereine, Projekte und Unternehmen, somit drohen sehr wichtige Freiräume und Schutzräume, zu verschwinden. Die Krise verschärft die sozialen Ungleichheiten und Diskriminierungsverhältnisse, die ohnehin schon bestanden haben und von denen marginalisierte Personen und Angehörige der LSBT*IQ-Personen in besonderer Art betroffen sind. Auch wirtschaftliche Unsicherheiten, die aus der Corona-Krise resultieren, treffen viele LSBT*IQ-Personen härter. Daher haben verschiedene Gruppen und Einzelper-sonen eine Petition gestartet, die spezifische Maßnahmen und Hilfen fordert, die ganz konkret queere Personen und Strukturen unterstützen – einen „queeren Rettungsschirm“. Wir möchten hiermit auf diese Petition aufmerksam machen und allen empfehlen, sich mit dieser auseinanderzusetzen und sie zu unterzeichnen: https://www.change.org/p/bundesregierung-her-mit-dem-queeren-rettungsschirm-7214f842-b84b-4d5b-955a-ff4bf0d33b44?utm_content=cl_sharecopy_25818461_de-DE%3A4&recruiter=204655351&utm_source=share_petition&utm_medium=copylink&utm_campaign=share_petition.

Über den katastrophalen Zustand der Marburger Hochschulpolitik

Die Marburger Hochschulpolitik befindet sich in einer zutiefst besorgniserregenden Situation. Die Strukturen des Allgemeinen Student*innenausschusses (AStA) sind an einer Vielzahl von Stellen nicht arbeitsfähig. Eine zentrale Rolle dabei spielt das Student*innenparlament (Stupa). Die Stupa-Sitzungen haben über Monate hinweg nicht stattgefunden, da sie nicht beschlussfähig waren. Über ein Jahr nach der letzten Hochschulwahl wurde der AStA noch immer nicht gewählt. Viele der Listen blockieren die hochschulpolitische Arbeit, indem sie entweder in Stupa-Sitzungen nicht oder nur in geringer Zahl anwesend sind, oder die Vorstandswahlen blockiert haben. Die Wichtigkeit der Arbeit im AStA scheint den Parlamentarier*innen nicht bewusst zu sein oder sie wird unter- bzw. geringgeschätzt. Dabei hängen am AStA nicht nur Semestertickets, sondern besonders auch studentische Lebensrealitäten. Wir brauchen dringend hochschulpolitische Rahmenbedingungen, die den AStA arbeitsfähig halten! Demokratische Mitgestaltungsmöglichkeiten in Form von Stupa, Fachschaftenkonferenz (FSK) und AStA sind keine Selbstverständlichkeit. Umso dringender sollten diese erkämpften Freiheiten der Student*innen von diesen auch genutzt und verteidigt werden!

Die Probleme des AStAs hören jedoch beim Stupa nicht auf. So gehören beispielsweise technische Probleme, wie regelmäßige Ausfälle des Internets oder von E-Mail-Servern im AStA zum absoluten Alltag und können die Kommunikation verunmöglichen. Dadurch wird die Arbeit in unserem Referat enorm erschwert. Doch liegen die Defizite im AStA bei weitem nicht nur im technischen Bereich. Anstatt dass die Angestellten oder diejenigen, die sich im AStA engagieren möchten, unterstützt werden, kann die riesige Last an strukturellen Problemen derzeit nur unweigerlich in die Desillusionierung führen. Hier bedarf es dringend sehr grundlegender Veränderungen, damit der AStA seine Aufgaben wieder effektiver wahrnehmen kann.

Eine Aufgabe des AStAs ist es beispielsweise, gemeinsam mit den Autonomen Referaten die Aktivitäten der Universität kritisch zu beobachten, zu kommentieren und darauf Einfluss zu nehmen.

In den nächsten zwei Jahren beteiligt sich die Phillips-Universität am „Diversity Audit“ des Stifterverbands. Bei dem Audit geht es darum, dass Hochschulen hinsichtlich der Inklusion diverser Personengruppen in den Hochschulalltag beraten werden und eine spezifische Diversitätsstrategie entwickelt wird. Wir hoffen, dass das Ergebnis des Audits nicht sein wird, dass sich die Universität für ihre Vielfalt lobt und selbstbestätigt, ohne im Prozess strukturelle Diskriminierungen thematisiert zu haben. Die Verfasste Student*innenschaft muss sich dafür einsetzen, dass im Rahmen des Audits auch die an der Universität wirkenden Machtstrukturen thematisiert werden, da das Audit sonst keinen Gewinn darstellen würde.

Stellungnahme der Mitgliederversammlung des Autonomen Schwulenreferats zur Stadtpolitik in Marburg vom 12. Oktober 2020

Keine Solidarität mit Polizeigewalt!

Seit Anfang August gibt es eine Kampagne der Stadt Marburg mit dem Titel „Marburg zeigt Respekt“, die in Zusammenarbeit mit den Dienstleistungsbetrieben Marburg (DBM), der Feuerwehr Marburg, sowie den Stadtwerken Marburg entstanden ist. Sie resultierte aus der Kampagne „Keine Gewalt gegen Retter“, die auf Gewalt gegen Einsatzkräfte aufmerksam machte. Laut Pressemitteilung der Stadt Marburg soll diese Kampagne mehr Respekt für Einsatzkräfte, wie die Feuerwehr und Rettungsdienste bewirken. Darüber hinaus sei die Kampagne darauf angelegt, „ein Zeichen für Solidarität und Anerkennung im täglichen Miteinander zu setzen“. Symbol dieser Aktion ist ein hierfür entworfenes Logo, das auf viele städtische Fahrzeuge und Gebäude geklebt wurde. Das Logo zeigt unterschiedlich-große, bunte Hände, die in die Luft gereckt werden. Auf einigen Händen sind die Symbole der Feuerwehr, des Roten Kreuzes und der Polizei zu erkennen. Eine andere Hand ist in Regenbogen-Farben gehalten, um die LSBT*IQ-Community zu symbolisieren, wieder andere Hände in unterschiedlichen Braun- und Beige-Töne, um Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben zu symbolisieren.

Das Autonome Schwulenreferat im AStA Marburg kritisiert die Kampagne und die o.g. Darstellung ausdrücklich. Aus Sicht des Schwulenreferats stellt die Kampagne durch ihre Darstellung eine Gleichsetzung von rassistischer und queerfeindlicher Gewalt mit Angriffen auf Polizist*innen dar, die wir für fatal halten, da die Polizei selbst Verursacherin rassistischer Gewalt ist: Von der Marburger Polizei gehen seit Jahren rassistische Polizeikontrollen rund um die Lahntreppen und den Hauptbahnhof aus. Rassistische Einsatzpraktiken gehören in Marburg, wie in allen Polizeibehörden in Deutschland, zum absoluten Tagesgeschäft. Innerhalb des Kreises Marburg-Biedenkopf gibt es seit einigen Jahren mehrere Fälle von Rechtsextremismus in unterschiedlichen Polizeidienststellen, die öffentlich geworden sind. Jeden Tag gibt es in Hessen und Deutschland neue Berichte über sogenannte „Einzelfälle“, dabei zeigt sich eigentlich sehr deutlich: es handelt sich um strukturelle Probleme, die nicht mit Disziplinarverfahren gegen die Rechtsextremist*innen gelöst werden können. Vielmehr braucht es dringend strukturelle Veränderungen, unabhängige Beschwerdestellen und eine Entziehung von Kompetenzen der Polizei. Über die Gesamtzahlen der rechtsextremen Personen innerhalb der Polizei können nur Vermutungen angestellt werden, da Studien zur Verbreitung von strukturellem Rassismus innerhalb der Polizeibehörden durch das Bundesinnenministerium verhindert werden. Fest steht: In der städtischen Kampagne verschwinden diese Tatsachen aus dem Blickfeld. Bevor wir über „Respekt vor Polizist*innen“ reden können, muss die Polizei entnazifiziert werden, müssen sämtliche rechten Netzwerke innerhalb von Behörden und der Polizei aufgelöst werden und muss über eine Neustrukturierung der sogenannten Sicherheitsbehörden diskutiert werden!
In dieser Debatte ist besonders die Rolle der Partei Bündnis 90/Die Grünen auf Landesebene in Hessen erschreckend. Die Grünen inszenieren sich in Wahlkämpfen gerne als solidarische Akteur*innen im Kampf gegen Rassismus und Homofeindlichkeit, um dann aber in der aktuellen Landesregierung durch unüberhörbares Schweigen aufzufallen. Wir fragen uns: Was muss noch alles passieren, bevor sich diese Partei klar positioniert und ihre Regierungsmacht nutzt, um die rassistische Polizeipolitik zu verändern?

Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit der Gegenkampagne „Marburg gegen Polizeigewalt“, die den Fokus auf das eigentliche Problem der städtischen Kampagne richtet: die Polizei.

Keine Unterstützung für religiöse Fundamentalist*innen!

In Marburg kommt es immer wieder dazu, dass von evangelikalen Strukturen Homo-, Queer- und Trans*feindlichkeit ausgeht. In der Stadt Marburg ist besonders der Christus-Treff zu nennen. Dieser wurde vom Schwulenhasser Roland Werner gegründet. Der Christus-Treff weist bis heute auf seiner Website auf enge Kontakte zur „Offensive Junger Christen“ hin. Diese Gruppierung wiederum setzt sich für sogenannte Konversionstherapien ein, also für das systematische Unterdrucksetzen schwuler* Personen mit psychischer Gewalt, um ihnen einzureden, dass sie ihre sexuelle Identität und Orientierung nicht ausleben dürfen. Wir wissen spätestens seit der arte-Dokumentation „Du sollst nicht schwul sein“, dass auch in Marburg solche „Therapien“ stattgefunden haben und dass der Christus-Treff in der Vergangenheit immer wieder bewiesen hat, dass er keinerlei Berührungsängste gegenüber Vertreter*innen homo- und trans*-feindlicher Ideologien verspürt. Für weitere Hintergründe sei auf die großartige Arbeit des Bündnisses „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“ verwiesen, das sich seit Jahren gegen religiösen Fundamentalismus in Marburg einsetzt: noplace.blogsport.de.
Die Stadtregierung ist leider seit Jahren mit dem Christus-Treff auf Kuschelkurs. Zuletzt wurde das bei einem Sponsorenlauf für das sogenannte „Central“, eine Christus-Treff-Einrichtung am Richtsberg, deutlich: Oberbürgermeister Thomas Spies unterstützte den Sponsorenlauf nicht nur mit einem Mobilisierungsvideo, sondern eröffnete diesen auch noch persönlich.

Wir fordern weiterhin, dass die Stadt sämtliche Verbindungen zum „Christus-Treff“ kappt und dass es keinerlei Kooperationen oder Unterstützungen für evangelikale Strukturen in Marburg gibt!

Online Ersti-/Kennenlernabend im Wintersemester

Du bist neu in Marburg und/oder suchst Anschluss an eine schwule* Szene in der Stadt?
Du möchtest uns und unsere Arbeit kennenlernen?

Aufgrund der Corona-Situation können wir leider erneut nicht wie üblich mit einem Ersti-Abend in Präsenz sowie einem Sektempfang ins Semester starten. Wir möchten Dich trotzdem dazu einladen, uns online via Videokonferenz kennenzulernen. Dort wirst Du alles über das Referat als Sozialraum, unsere politische Arbeit und queeres Leben in Marburg erfahren können.

Wenn Du dabei sein möchtest, schicke uns bitte einfach bis Montag Abend eine Nachricht per E-Mail an schwulenreferat[at]asta-marburg.de, auf Facebook oder via Instagram (@homolobby_marburg), dann bekommst Du von uns den Link zur Videokonferenz.
Wir freuen uns auf dich! 😊🏳️‍🌈

Jubiläumsfeier: 30 Jahre Schwulenreferat in Marburg

Liebe Alle*,

nachdem das Jahr 2019 nicht nur für uns überaus turbulent war, möchten wir euch anlässlich unseres 30-jährigen Bestehens einladen, mit uns zu feiern. Wir begehen das Jubiläum am 7. Dezember.

Den Beginn macht um 17 Uhr die „Vernissage“ unserer Ausstellung historischer Originale aus über 30 Jahren Schwulenbewegung in Marburg. Um 19 Uhr laden wir zum Empfang: Neben spannenden und drögeren obligatorischen Redebeiträgen gibt’s Jubiläumssekt und unsere ebenso obligatorrischen tuntischen Performances. Spätestens ab 21:30 Uhr verwandeln wir Empfang und Show in eine Party.

Weil wir uns unsere Räume nicht nehmen lassen feiern wir an einem der letzten selbst-bestimmbaren Ort dieser Stadt: Dem Café Trauma im G-Werk. Gegen Gentrifizierung! Für Solidarität!
#Freiräumeverteidigen #afföllerretten #stopgentrifizierung

Spread Solidarity: Gegen Homo- & Trans*feindlichkeit!

Solidarisierung des Autonomen Schwulenreferats zur Stellungnahme der SJ – Die Falken Marburg.

In Zeiten in denen staatliche Repressionen zunehmen und linke Räume akut bedroht oder verdrängt werden, ist es umso wichtiger das Wir zusammen zu stehen und uns gemeinsame(!) linke Räume erhalten und verteidigen. Als Schwulenreferat stehen wir für eine Gesellschaft in der wir ohne Angst verschieden sein können. Dazu gehört für uns die Solidarität gegen staatliche Eingriffe und Verdrängung ebenso wie die Verteidigung gegen homo- und trans*feindliche Angriffe.

Das Autonome Schwulenreferat ist entsetzt über die offene Homo- und Trans*feindlichkeit, die sich in einem Veto-Schreiben eines Bewohners vom Bettenhaus anlässlich der Veranstaltung mit Babsida de Kuku im Rahmen der Stonewall-Woche in Marburg im Zusammenhang mit dem Christopher Street Day geäußert hat. In einem linken Wohnprojekt, in dem auch Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter ohne Angst ein Zuhause haben können müssen, ist es unerträglich, dass solche Aussagen Räume verschließen und für gemeinsame Aktivitäten zerstören. Das macht uns traurig und wütend.

In einer Mail schreibt der Urheber des Vetos etwa von „bürgerlich opportunistischen und vereinnahmenden Schwulen und Lesben“ die ihmzufolge anderen Minderheiten – vornehmlich Trans*- und Inter-Personen – die Gelder wegnehmen würden (konkreter dem Autonomen InterTrans*-Referat, aber auch anderen Geldtöpfen). Seine Schlussfolgerung daraus lautet, dass Inter- und Trans*-Personen Raum und Ressourcen „an die Falken und die SchwulenLesben verloren“ hätten und man „diesen Menschen“ daher keine Räume zur Verfügung stellen dürfe; stattdessen sollen an dem Tag dort Veranstaltungen stattfinden, „die für die, die kein Mitspracherecht haben, etwas bringen”. Die Falken Marburg machen in ihrer Initiative klar, dass es sich bei dem Urheber des ‚Vetos‘ um dieselbe Person handelt, die seit einigen Jahren uns und Einzelpersonen aus unserer Struktur, sowie andere Strukturen, aber insbesondere auch das Autonome InterTrans*Referat öffentlich angreift und diffamiert, von uns gebuchte Referent*innen für Veranstaltungen kontaktiert und uns ihnen gegenüber diffamiert, und so an vielen Stellen Arbeit erschwert und verunmöglicht.

Wir müssen uns gemeinsam gegen derartige Gewalt zur Wehr setzen und solidarisieren uns daher mit den Initiative der SJ – Die Falken Marburg und bieten an die Veranstaltung gemeinsam durchzuführen und ggf. einen alternativen Veranstaltungsort bereit zu stellen. Gleichzeitig hoffen wir, dass sich die Bewohner*innen des Bettenhauses, als selbsterklärten linken Hausprojekt solidarisch mit uns gegen Homo- und Trans*feindlichkeit stellen und die Veranstaltung wie geplant in der Rakete stattfinden kann. Wir erwarten, dass ein heteronormativitätskiritischer Konsens auch in eine konkrete Praxis übersetzt wird!

Gleichzeitig stehen wir solidarisch, unserem eigenem Anspruch folgend, mit dem Bettenhaus und seinen Bewohner*innen gegen schockierende und überraschende Hausdurchsuchungen sowie die Bedrohung linker Räume. Wir unterstützen die Hausgemeinschaft bei ihrer Distanzierung vom Sachverhalt sowie den beschlagnahmten Gegenständen und der transparenten und offenen Aufarbeitung.

Wir fordern, auch von der breiten linken und queeren Öffentlichkeit, Solidarität mit den SJ – Die Falken Marburg, gegen Homo- & Transfeindlichkeit. Für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist in Marburg kein Platz, gerade nicht in linken Hausprojekten. Deshalb müssen wir Schulter an Schulter in Ausnahmesituationen unterstützen und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einstehen.

 

Auf Inititative der Mitgliederversammlung des Autonomen Schwulenreferates
Marburg, den 17. Juni 2019.