Sommerfest des Schwulenreferats am 18.07. vor dem Trauma!

Sommersaison, Semesterabschluss…wir feiern das mit euch! Wir beschenken euch und uns mit einem Communityfest! Das Autonome Schwulenreferat lädt zum Sommerfest und zum zweiten Queeren Poetryslam Marburg: umsonst und draußen beim Trauma im G-Werk / Marburg. Bei miesem Wetter feiern wir in der Baari-Bar. Es gibt Tuntentrash-Performances, nice Livemusik, die Roter Montag Cocktailbar, vegane Snacks und gute Stimmung.

Beginn: 17 Uhr
SPECIAL GUEST: Pfefferminza von Sternburg (Singer- Songwriterin)

+ Tuntentrash (Dora Dyna’Maid, Didi Nielacht, , Waltraud „die Geyernde“ vom Tuntenhügel, Annalena Bareback, Iwank`a Dump and some other queens)

+ COCKTAILBAR proudly presented by Antifaschistischer Infoladen Méric,

+ Snacks und Infotainment (support your local LGBT*I-Community, POC-Activists, and your local feminist Antifa ♥ )

2. MARBURGER QUEERER POETRYSLAM (ab 18:00 Uhr)

Acts: tba

Moderation: Barbara Roherwasser (Marburgerin im Herzen), Dora Dyna’Maid (gezwungenermaßen Marburger*in)

Kein Platz für Rassismus, Homophobie, Seximus, Trans*feindlichkeit und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Burschis, Korpos, Verbinder, Evangelikale sowie sonstige Rechte, Neonazis und Störer*innen müssen draußen bleiben.

weitere Infos: facebook.com/events/657403518017824/

Eine Veranstaltung des Autonomen Schwulenreferats in Kooperation mit dem Schwulen Archiv Marburg e. V.

Spread Solidarity: Gegen Homo- & Trans*feindlichkeit!

Solidarisierung des Autonomen Schwulenreferats zur Stellungnahme der SJ – Die Falken Marburg.

In Zeiten in denen staatliche Repressionen zunehmen und linke Räume akut bedroht oder verdrängt werden, ist es umso wichtiger das Wir zusammen zu stehen und uns gemeinsame(!) linke Räume erhalten und verteidigen. Als Schwulenreferat stehen wir für eine Gesellschaft in der wir ohne Angst verschieden sein können. Dazu gehört für uns die Solidarität gegen staatliche Eingriffe und Verdrängung ebenso wie die Verteidigung gegen homo- und trans*feindliche Angriffe.

Das Autonome Schwulenreferat ist entsetzt über die offene Homo- und Trans*feindlichkeit, die sich in einem Veto-Schreiben eines Bewohners vom Bettenhaus anlässlich der Veranstaltung mit Babsida de Kuku im Rahmen der Stonewall-Woche in Marburg im Zusammenhang mit dem Christopher Street Day geäußert hat. In einem linken Wohnprojekt, in dem auch Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter ohne Angst ein Zuhause haben können müssen, ist es unerträglich, dass solche Aussagen Räume verschließen und für gemeinsame Aktivitäten zerstören. Das macht uns traurig und wütend.

In einer Mail schreibt der Urheber des Vetos etwa von „bürgerlich opportunistischen und vereinnahmenden Schwulen und Lesben“ die ihmzufolge anderen Minderheiten – vornehmlich Trans*- und Inter-Personen – die Gelder wegnehmen würden (konkreter dem Autonomen InterTrans*-Referat, aber auch anderen Geldtöpfen). Seine Schlussfolgerung daraus lautet, dass Inter- und Trans*-Personen Raum und Ressourcen „an die Falken und die SchwulenLesben verloren“ hätten und man „diesen Menschen“ daher keine Räume zur Verfügung stellen dürfe; stattdessen sollen an dem Tag dort Veranstaltungen stattfinden, „die für die, die kein Mitspracherecht haben, etwas bringen”. Die Falken Marburg machen in ihrer Initiative klar, dass es sich bei dem Urheber des ‚Vetos‘ um dieselbe Person handelt, die seit einigen Jahren uns und Einzelpersonen aus unserer Struktur, sowie andere Strukturen, aber insbesondere auch das Autonome InterTrans*Referat öffentlich angreift und diffamiert, von uns gebuchte Referent*innen für Veranstaltungen kontaktiert und uns ihnen gegenüber diffamiert, und so an vielen Stellen Arbeit erschwert und verunmöglicht.

Wir müssen uns gemeinsam gegen derartige Gewalt zur Wehr setzen und solidarisieren uns daher mit den Initiative der SJ – Die Falken Marburg und bieten an die Veranstaltung gemeinsam durchzuführen und ggf. einen alternativen Veranstaltungsort bereit zu stellen. Gleichzeitig hoffen wir, dass sich die Bewohner*innen des Bettenhauses, als selbsterklärten linken Hausprojekt solidarisch mit uns gegen Homo- und Trans*feindlichkeit stellen und die Veranstaltung wie geplant in der Rakete stattfinden kann. Wir erwarten, dass ein heteronormativitätskiritischer Konsens auch in eine konkrete Praxis übersetzt wird!

Gleichzeitig stehen wir solidarisch, unserem eigenem Anspruch folgend, mit dem Bettenhaus und seinen Bewohner*innen gegen schockierende und überraschende Hausdurchsuchungen sowie die Bedrohung linker Räume. Wir unterstützen die Hausgemeinschaft bei ihrer Distanzierung vom Sachverhalt sowie den beschlagnahmten Gegenständen und der transparenten und offenen Aufarbeitung.

Wir fordern, auch von der breiten linken und queeren Öffentlichkeit, Solidarität mit den SJ – Die Falken Marburg, gegen Homo- & Transfeindlichkeit. Für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist in Marburg kein Platz, gerade nicht in linken Hausprojekten. Deshalb müssen wir Schulter an Schulter in Ausnahmesituationen unterstützen und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einstehen.

 

Auf Inititative der Mitgliederversammlung des Autonomen Schwulenreferates
Marburg, den 17. Juni 2019.

Streiten für eine bessere Welt! Stellungnahme und politische Forderungen des Autonomen Schwulenreferates

Das Autonome Schwulenreferat im AStA Marburg steht für eine solidarische Gesellschaft, in der wir „ohne Angst verschieden sein“ können. Das Schwulenreferat besteht in diesem Jahr seit genau dreißig Jahren. Als basisdemokratisch organisierte Struktur begreifen wir es als unsere Verantwortung, uns als gesellschaftliche Akteur*innen zu positionieren und entsprechend zu handeln. Die Mitgliederversammlung vom 17. Juni 2019 möchte mit der Stellungnahme „Streiten für eine bessere Welt!“ einen Beitrag genau dazu leisten und einen Einblick in unsere aktuellen inhaltlichen Auseinandersetzungen gewähren.

 

  1. Von Demokratiedefiziten im AStA Marburg
  2. Städtische und Universitäre Entwicklungen
  3. Wir stehen für schwule intersektionale, solidarische Politik

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Einladung zur Mitgliederversammlung im Sommersemester 2019

Liebe Mitglieder des Autonomen Schwulenreferates im AStA Marburg,

hiermit laden wir euch zur ordentlichen Mitgliedervollversammlung im Sommersemester 2019 ein.

Die Sitzung findet am 17. Juni 2019 um 20:00 Uhr im Raum des Autonomen Schwulenreferates (Raum 1, AStA Marburg, Erlenring 5, 35037 Marburg) statt.

Zur ordentlichen Teilnahme ist das Mitbringen eines gültigen Student*innenausweises oder einer aktuellen Studienbescheinigung sowie eines gültigen Ausweisdokumentes erforderlich.

Es wird um Pünktlichkeit gebeten.

Die formale Einladung befindet sich hier als PDF.

Vorläufige Tagesordnung
TOP 1 – Begrüßung und Formalia
TOP 2 – Berichte
                  Gemeinsamer Bericht der Referenten
                  Gemeinsamer Bericht des Plenums
TOP 3 – Inhaltliche Anträge
TOP 4 – Verschiedenes

Die Mitgliedervollversammlung endet voraussichtlich um 22:00 Uhr (st).

Mit freundlichen Grüßen,
David Lewandowski und Tarek Shukrallah.

Unter den Proleten gibt es nicht nur Heten! – queerer Demoaufruf zum 1. Mai 2019

Jedes Jahr zum „Internationalen Tag der Arbeit“ am 1. Mai folgen zigtausende Menschen dem Aufruf der Gewerkschaften auf die Straßen – und das ist gut so! Sie demonstrieren für verschiedene, völlig berechtigte Forderungen wie bessere Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern oder höhere Löhne, um prekäre Lebensverhältnisse zu beenden.

Wenn allerdings von den Gewerkschaften die soziale Frage gestellt wird, werden queere Perspektiven nicht bedacht. Gewerkschaftsmitglieder*innen sind in ihrer großen Masse männlich, weiß, heterosexuell und cis[1] – und das ist die prägende Perspektive gewerkschaftlicher Arbeit. Soziale Ungleichheit betrifft Frauen, People of Colour, homo- und bisexuelle Menschen sowie Transpersonen aber immer untrennbar verwoben mit Sexismus, Rassismus sowie Homo- und Transfeindlichkeit. Werden unsere Erfahrungen nicht gehört, bleiben Dimensionen sozialer Ungleichheit unsichtbar: der drohenden Jobverlust beim Outing, Diskriminierung bei der Arbeitssuche oder dass ein linearer Lebenslauf für Menschen in Selbstfindungsprozessen jenseits der gesellschaftlichen Norm unmöglich ist. Dies alles sorgt für Brüche in der Biografie, die die Betroffenen vor Herausforderungen stellt, die von gewerkschaftlicher Seite bisher keine Beachtung finden. Aktiven Gewerkschafter*innen, die darauf z.B. in queeren/LGBTIQ-Arbeitskreisen hinweisen und versuchen, einen Paradigmenwechsel herbeizuführen, möchten wir unsere Solidarität aussprechen! Wir brauchen mehr davon – auf regionaler, Landes- und Bundesebene!

Arbeitskämpfe sind immer gleichzeitig Umverteilungskämpfe als auch Kämpfe um Selbstbestimmung. Wem gehört unsere Arbeit? Unsere Zeit? Und wer entscheidet darüber? Damit wir gemeinsam handlungsfähig sind und uns (zurück)holen können, was uns gehört, müssen wir all unsere Kämpfe anerkennen – vor allem Kämpfe von Frauen*, Queers und People of Colour, nicht nur von weißen, heterosexuellen cis-Männern. Kapitalistische Ausbeutung verläuft entlang rassistischer, sexistischer, homo- und transfeindlicher Spaltungen. Wir können Kapitalismus nur ernsthaft bekämpfen, wenn wir Klassen- und Antidiskriminierungspolitik nicht künstlich voneinander trennen und gegeneinander ausspielen.

Doch ein kleiner Blick in die Geschichte der Gewerkschaften und der LGBTQ*IA-Bewegung lohnt. So spielten für den Ausbruch der Stonewall-Unruhen, die sich 2019 zum 50. Mal jähren, nicht nur Rassismus, Homo- und Transfeindlichkeit eine Rolle, sondern auch die ökonomische Lage der Aktivist*innen. Auch darf nicht vergessen werden, dass es Lesben und Schwule waren, die in den 80er-Jahren im Rahmen von LGSM die englischen Gewerkschaften in den Bergarbeiterstreiks unterstützten. Gehen wir endlich weitere Schritte auf dem Weg zu einer queeren Klassenpolitik!

Wir fordern von den Gewerkschaften, dass der Lohnunterschied zwischen zwischen homo- und heterosexuellen Menschen mehr Aufmerksamkeit bekommt und bekämpft wird. Bei Männern liegt der im Augenblick zwischen 2,14 und 2,64€/Stunde. Im Falle von Trans- und Inter-Personen ist dieses Feld noch gar nicht erforscht. Auch in der amtlichen Sozialberichterstattung spielen solche Probleme keine Rolle![2]

Ebenfalls komplett unbeachtet bleiben dann die aus der Diskriminierung folgenden Rentenausfälle und Altersarmut. Dies gilt insbesondere für Menschen, die wegen einer Verurteilung wegen §175 jahrelang keine Arbeit gefunden haben und deswegen heute in Armut leben.[3]

Gewerkschaften sind dafür da, Prekarisierung zu benennen und diese zu bekämpfen. Die Arbeit der Gewerkschaften hört allerdings bisher immer an den Betriebstoren auf. Dabei müsste man, um den ganzen Menschen gegen kapitalistische Ausbeutung zu verteidigen, auch den ganzen Menschen gewerkschaftlich organisieren, nicht nur seine*ihre Arbeitskraft. Sonstige mögliche Lebensphasen (Orientierungs-, Bildungs-, Erziehungs- oder Arbeitslosigkeitsphasen) werden von den Gewerkschaften nicht beachtet. Auch soziale Orte außerhalb des Betriebes wie Stadtteilzentren und Beratungsstellen scheinen für gewerkschaftliche Arbeit keine Rolle zu spielen.

Deswegen rufen auch wir dazu auf, am 1. Mai die Straßen zu fluten. Zeigen wir, dass es uns auch gibt, auch wenn wir totgeschwiegen werden. Zeigen wir, dass dies auch unser Kampf ist, auch wenn niemand in Sonntagsreden über unsere Probleme spricht. Lasst uns laut sein, lasst uns bunt sein, und zeigen wir ganz deutlich: Unter den Proleten gibt es nicht nur Heten!

 

 

[1] Cis sein bedeutet, sich mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zu identifizieren. Das Gegenteil von cis ist trans.

[2] DIW Wochenbericht Nr. 37 2017 <https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.563767.de/17-35-3.pdf&gt;

[3] http://www.taz.de/!5580579/

Pressemitteilung: CSD 2019 in Marburg

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG DER UNIVERSITÄTSSTADT MARBURG UND DER „INITIATIVE FÜR EINEN CSD MITTELHESSEN IN MARBURG“

22. Juni: Christopher-Street-Day zum ersten Mal in Marburg
Oberbürgermeister Spies übernimmt Schirmherrschaft für politisches Fest

Marburg. Das internationale politische Fest „Christopher Street Day“ kommt zum ersten Mal nach Marburg. Der „Christopher Street Day“ (kurz CSD) erinnert an die Aufstände von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Trans* und Intersexuellen (kurz: LSBT*I) gegen Repression und Diskriminierung, die 1969 in der New Yorker Bar „Stonewall Inn“ ihren Anfang nahmen. Damit findet das Ereignis pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum der „Stonewall-Riots“ in Marburg statt. Heute ist der CSD ein jährlicher Festakt, der an vielen Orten überall auf der Welt gefeiert wird. Weiterlesen

Unvordenklicher Saft. Zum Sinn von Sexualität. Vortrag von Dr. Dr. Stefan Nagel

Montag, 26. November 2018, 20:00 Uhr
Hörsaalgebäude Biegenstraße, Raum +1/0030

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Der Vortrag fragt nach dem Sinn von Sexualität jenseits ihrer biologischen und sozialen Funktionen. Mit dieser Frage nach dem Sinn bewegt er sich, ohne dessen epistemischen Gehalt preiszugeben, außerhalb des naturwissenschaftlichen und auch bestimmter Formen des psychologischen und sozialwissenschaftlichen Denkens. Diesem Denken ist gemeinsam, dass in ihm Sinn und Funktion zusammenfallen oder aber Sinn für eine sinnlose Kategorie gehalten wird. Ohne die Gefahr der Etablierung einer ‚Metaphysik‘ der Sexualität zu verkennen, soll eine Analogie zum Verständnis des Problems beitragen: Die Funktion des Bauens ist die Errichtung eines Hauses, der Sinn des Bauens jenseits dieser Funktion jedoch das Wohnen. Wohnen meint als Zuhause-Sein an einem an sich fremden und womöglich sogar feindlichen Ort mehr, als sich lediglich dauerhaft in einem Haus zu bergen, meint nicht nur Behaust-Sein, es meint eine Veränderung des Zustands des Bewohners, nämlich die Überwindung von Fremdheit und den Übergang in Vertraut- und Verbundenheit, meint die Entstehung von Heimat. Übertragen auf Sexualität behauptet der Vortrag, dass der Sinn von Sexualität darin liegt, die unaufhebbare Fremdheit und Feindlichkeit eines differenten Begehrens und einer differenten Identität in Nähe zu verwandeln, in Beiwohnen. Diese Aufhebung von Differenz durch eine, wenn auch flüchtige Komplementarität des Begehrens und der Identität ist jedoch kein bloß mentales, also letztlich symbolisches Ereignis im Rahmen bestimmter Bedeutungszuweisungen, sondern ein distinkter leiblicher Akt, in dem der Leib mehr ist als die vermeintliche oder tatsächliche Epiphanie eines Symbols. Der Leib ist, er steht nicht für etwas. Das Begehren in all seiner Intensität begehrt kein (System von) Zeichen, sondern einen anderen Leib, und zwar nicht irgendeinen Leib, sondern einen geschlechtlich bestimmten und seinerseits begehrenden Leib, mit dem sich etwas Bestimmtes ereignen soll. Dabei geht es nicht um eine außerhalb der Sexualität liegende Funktion, also um Sexualität als Mittel, sondern um erfüllte Nähe um ihrer selbst willen. Dann fließt unvordenklicher Saft.

Dadurch bietet sich in der Sexualität im Gegensatz zu allen unseren sonstigen Beziehungen eine konkret und eben nicht bloß abstrakt mögliche Emanzipation aus den Banden der Natur und der Gesellschaft, die den Leib beide als Mittel zu ihren fertilen und sonstigen Zwecken verwenden und mit Begehren und Identität eine ‚natürliche‘ oder (vermeintlich daraus ableitbare) soziale Rolle und Beziehung verknüpfen. Diese emanzipatorische Option der Sexualität besteht jedoch nicht ihrer Herkunft nach, also nicht in Bezug auf Begehren und Identität. Hier bleibt Sexualität nicht nur beschränkt und absolut unfrei, sondern gründet sogar in der Bestimmtheit des Begehrens und der Identität, also ihrer Beschränktheit. Der Moment der Freiheit liegt im Selbstzweck des begehrlichen Berührens des und Berührtwerdens durch den zuvor fremden und feindlichen Anderen. Nur in der Kunst ist eine vergleichbare Begegnung möglich, aber dort nicht als sinnlich-unmittelbarer, sondern als sinnlich-mittelbarer Akt, also ohne Saft.

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Stefan Nagel, geboren 1957 in Krefeld, studierte neben Medizin auch Philosophie und Germanistik. Nach Staatsexamen und Promotion arbeitete er als Assistenzarzt in der Anästhesie und Intensivmedizin sowie in der Psychosomatik. Im Rahmen letzterer Tätigkeit erwarb er die Zusatzbezeichnungen Psychotherapie, Psychoanalyse und Sozialmedizin sowie den Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Außerdem war er vorübergehend als Dozent für Neuere Deutscher Philologie tätig. Nach langjähriger Tätigkeit in eigener Praxis kehrte er schließlich in die stationäre Psychosomatik zurück und leitet zur Zeit eine Abteilung für Psychosomatik in einer Rehabilitationsklinik. Wissenschaftlich beschäftigt er sich unter anderem mit theoretischen, ethischen, medizinischen, psychologischen und gesellschaftlichen Aspekten von Sexualität.

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Dr. Dr. Stefan Nagel (Bild: Herzenslust NRW)