Traumakino-Tunten-Takeover – Kino & Kneipe im Sommersemester 2022

Veranstaltung des Autonomen Schwulenreferats in Kooperation mit dem Trauma im G-Werk

Subversives schwules*, queeres Kino mit Sektempfang und anschließendem Kneipenabend.

Immer ab 19:00 Uhr
im Café Trauma,
Afföllerwiesen 3a, Marburg
Soli-Eintritt bis 4€.

2G+; geimpft/genesen + bitte zusätzlich mit tagesaktuellem Test.

Programm:

10.05., „Futur Drei“
(Drama, D 2020, Faraz Shariat)

24.05., „Querelle“
(Drama, D/F 1982, Rainer Werner Fassbinder)

14.06., „Messer im Herz“ („Un couteau dans le cœur“) (OmU)
(Drama, F/MEX/CH 2018, Yann Gonzalez)

28.06., „Stadt der verlorenen Seelen“
(Musical Satire, D 1983, Rosa von Praunheim)

12.07., „Paris Is Burning“ (OV)
(Documentary, USA 1990, Jennie Livingston)

Kennenlernabend mit Sektempfang am 25.04.2022

Wann? Am Montag, 25.04.2022 ab 19 Uhr.
Wo? In unserem Referatsraum im AStA (direkt neben der Mensa!)

Du bist neu im kleinen Marburg und/oder suchst Anschluss an eine schwule* Szene in der Stadt?

Das Autonome Schwulenreferat im AStA Marburg ist die unabhängige Vertretung der schwulen und bisexuellen Studis in der Student*innenschaft an der Uni Marburg. Wir verstehen uns als Freiraum für Kultur, Politik, und die guten Dinge des Lebens. Dabei stehen wir in der Tradition emanzipatorischer Kämpfe der Schwulenbewegung in Deutschland.

Wir wollen dich einladen, ein Teil unseres Projektes zu werden! Komm zu unserem Kennenlernabend und lerne uns und unsere Arbeit in Wohnzimmeratmosphäre und bei einem Gläschen Sekt kennen.

Zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Autonome Schwulenreferat und die queere Community

Als Autonomes Schwulenreferat sind wir die Anlaufstelle für homo- und bisexuelle Studie-rende (egal ob trans- oder cisgender); wir sind ein politischer Raum, dessen Arbeitsstruktur auf einem basisdemokratischen Plenum basiert. Gleichzeitig erfüllen wir auch Funktionen eines Sozialraums. Zu Beginn der Pandemie konnten wir uns gar nicht mehr persönlich treffen, seit Ende Oktober ist die Situation erneut dieselbe: Plena, sowie Veranstaltungen des geselligen Beisammenseins müssen ins Internet verlegt werden. Die Sprechstunden der Referent*innen können nicht in Präsenz stattfinden, da der AStA geschlossen ist. Stattdessen sind die Referent*innen bei Bedarf zu entsprechenden Uhrzeiten online kontaktierbar; ein solches Angebot anzunehmen, ist allerdings bedeutend hochschwelliger, als eine Präsenz-Sprechstunde. Grundsätzlich können Online-Veranstaltungen den Sozialraum Schwulenreferat nicht ersetzen. Dies liegt unter anderem daran, dass Online-Veranstaltungen neue Hürden schaffen. Dabei handelt es sich zum einen um Hürden technischer Art, die es einzelnen Personen erschweren oder verunmöglichen können, an Online-Formaten teilzunehmen. Zum anderen können Veranstaltungen in Videokonferenz-Formaten für manche Personen mit sozialer Angst eine größere Herausforderung darstellen, als persönliche Treffen. Diese Faktoren führten dazu, dass es einzelnen Referatsmitgliedern gegebenenfalls nicht möglich ist, an unseren Online-Treffen teilzunehmen. Ein solcher Ausschluss von Personen ist für uns nicht hinnehmbar. Auch für Menschen, die neu in Marburg waren, stellt es eine zusätzliche Hürde da, den Raum als solchen kennenlernen zu können. Dies alles ist ein Problem, da es gerade während einer Ausnahmesituation wie einer Pandemie, von der marginalisierte Personen auf besondere Art betroffen sind und unter der sie stark zu leiden haben, besonders wichtig wäre, dass wir füreinander da sein können und dass LSBT*IQ-Personen in diesen herausfordernden Zei-ten nicht alleine sein müssen. Community-Räume sind für viele queere Personen die einzigen Orte, an denen sie sich ohne Angst vor Diskriminierung bewegen können. Ein Wegfall dieser Orte in der Pandemie ist ein großes Problem.

Selbst wenn die Fallzahlen im Landkreis wieder sinken und wir uns mit Abstand und Masken wieder treffen können, besteht das Problem, dass unser Referatsraum zu klein ist, als dass wir uns dort mit ausreichendem Abstand alle aufhalten könnten.

Das vergangene halbe Jahr hat uns die Wichtigkeit von Räumen erneut deutlich vor Augen geführt. Wir brauchen einen Raum, in dem wir uns während Corona treffen können und in dem das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregelungen gewährleistet werden kann, damit es uns wieder möglich sein kann, füreinander, für die Community da zu sein, auch und gera-de in Zeiten von Corona. Aber auch wenn die Fallzahlen wieder sinken und wir einen Raum finden, in dem wir uns treffen können, bleibt es eine Problematik, dass es viele marginalisierte Personen in der Stadt gibt, die nie eigene Räume hatten, wie zum Beispiel einige pre-karisierte, nicht-studentische, migrantische Personen. Es muss sich dafür eingesetzt werden, entsprechende Räume in der Stadt zu schaffen.

Generell sind wir als Schwulenreferat im Vergleich zu vielen queeren Orten, Projekten, Räumen immerhin in der privilegierten Situation, dass unser Raum und unsere Existenz durch die Anbindung an den AStA trotz der Corona-Krise derzeit abgesichert ist. Die Pandemie gefährdet viele queere Vereine, Projekte und Unternehmen, somit drohen sehr wichtige Freiräume und Schutzräume, zu verschwinden. Die Krise verschärft die sozialen Ungleichheiten und Diskriminierungsverhältnisse, die ohnehin schon bestanden haben und von denen marginalisierte Personen und Angehörige der LSBT*IQ-Personen in besonderer Art betroffen sind. Auch wirtschaftliche Unsicherheiten, die aus der Corona-Krise resultieren, treffen viele LSBT*IQ-Personen härter. Daher haben verschiedene Gruppen und Einzelper-sonen eine Petition gestartet, die spezifische Maßnahmen und Hilfen fordert, die ganz konkret queere Personen und Strukturen unterstützen – einen „queeren Rettungsschirm“. Wir möchten hiermit auf diese Petition aufmerksam machen und allen empfehlen, sich mit dieser auseinanderzusetzen und sie zu unterzeichnen: https://www.change.org/p/bundesregierung-her-mit-dem-queeren-rettungsschirm-7214f842-b84b-4d5b-955a-ff4bf0d33b44?utm_content=cl_sharecopy_25818461_de-DE%3A4&recruiter=204655351&utm_source=share_petition&utm_medium=copylink&utm_campaign=share_petition.

Über den katastrophalen Zustand der Marburger Hochschulpolitik

Die Marburger Hochschulpolitik befindet sich in einer zutiefst besorgniserregenden Situation. Die Strukturen des Allgemeinen Student*innenausschusses (AStA) sind an einer Vielzahl von Stellen nicht arbeitsfähig. Eine zentrale Rolle dabei spielt das Student*innenparlament (Stupa). Die Stupa-Sitzungen haben über Monate hinweg nicht stattgefunden, da sie nicht beschlussfähig waren. Über ein Jahr nach der letzten Hochschulwahl wurde der AStA noch immer nicht gewählt. Viele der Listen blockieren die hochschulpolitische Arbeit, indem sie entweder in Stupa-Sitzungen nicht oder nur in geringer Zahl anwesend sind, oder die Vorstandswahlen blockiert haben. Die Wichtigkeit der Arbeit im AStA scheint den Parlamentarier*innen nicht bewusst zu sein oder sie wird unter- bzw. geringgeschätzt. Dabei hängen am AStA nicht nur Semestertickets, sondern besonders auch studentische Lebensrealitäten. Wir brauchen dringend hochschulpolitische Rahmenbedingungen, die den AStA arbeitsfähig halten! Demokratische Mitgestaltungsmöglichkeiten in Form von Stupa, Fachschaftenkonferenz (FSK) und AStA sind keine Selbstverständlichkeit. Umso dringender sollten diese erkämpften Freiheiten der Student*innen von diesen auch genutzt und verteidigt werden!

Die Probleme des AStAs hören jedoch beim Stupa nicht auf. So gehören beispielsweise technische Probleme, wie regelmäßige Ausfälle des Internets oder von E-Mail-Servern im AStA zum absoluten Alltag und können die Kommunikation verunmöglichen. Dadurch wird die Arbeit in unserem Referat enorm erschwert. Doch liegen die Defizite im AStA bei weitem nicht nur im technischen Bereich. Anstatt dass die Angestellten oder diejenigen, die sich im AStA engagieren möchten, unterstützt werden, kann die riesige Last an strukturellen Problemen derzeit nur unweigerlich in die Desillusionierung führen. Hier bedarf es dringend sehr grundlegender Veränderungen, damit der AStA seine Aufgaben wieder effektiver wahrnehmen kann.

Eine Aufgabe des AStAs ist es beispielsweise, gemeinsam mit den Autonomen Referaten die Aktivitäten der Universität kritisch zu beobachten, zu kommentieren und darauf Einfluss zu nehmen.

In den nächsten zwei Jahren beteiligt sich die Phillips-Universität am „Diversity Audit“ des Stifterverbands. Bei dem Audit geht es darum, dass Hochschulen hinsichtlich der Inklusion diverser Personengruppen in den Hochschulalltag beraten werden und eine spezifische Diversitätsstrategie entwickelt wird. Wir hoffen, dass das Ergebnis des Audits nicht sein wird, dass sich die Universität für ihre Vielfalt lobt und selbstbestätigt, ohne im Prozess strukturelle Diskriminierungen thematisiert zu haben. Die Verfasste Student*innenschaft muss sich dafür einsetzen, dass im Rahmen des Audits auch die an der Universität wirkenden Machtstrukturen thematisiert werden, da das Audit sonst keinen Gewinn darstellen würde.

Jubiläumsfeier: 30 Jahre Schwulenreferat in Marburg

Liebe Alle*,

nachdem das Jahr 2019 nicht nur für uns überaus turbulent war, möchten wir euch anlässlich unseres 30-jährigen Bestehens einladen, mit uns zu feiern. Wir begehen das Jubiläum am 7. Dezember.

Den Beginn macht um 17 Uhr die „Vernissage“ unserer Ausstellung historischer Originale aus über 30 Jahren Schwulenbewegung in Marburg. Um 19 Uhr laden wir zum Empfang: Neben spannenden und drögeren obligatorischen Redebeiträgen gibt’s Jubiläumssekt und unsere ebenso obligatorrischen tuntischen Performances. Spätestens ab 21:30 Uhr verwandeln wir Empfang und Show in eine Party.

Weil wir uns unsere Räume nicht nehmen lassen feiern wir an einem der letzten selbst-bestimmbaren Ort dieser Stadt: Dem Café Trauma im G-Werk. Gegen Gentrifizierung! Für Solidarität!
#Freiräumeverteidigen #afföllerretten #stopgentrifizierung

Spread Solidarity: Gegen Homo- & Trans*feindlichkeit!

Solidarisierung des Autonomen Schwulenreferats zur Stellungnahme der SJ – Die Falken Marburg.

In Zeiten in denen staatliche Repressionen zunehmen und linke Räume akut bedroht oder verdrängt werden, ist es umso wichtiger das Wir zusammen zu stehen und uns gemeinsame(!) linke Räume erhalten und verteidigen. Als Schwulenreferat stehen wir für eine Gesellschaft in der wir ohne Angst verschieden sein können. Dazu gehört für uns die Solidarität gegen staatliche Eingriffe und Verdrängung ebenso wie die Verteidigung gegen homo- und trans*feindliche Angriffe.

Das Autonome Schwulenreferat ist entsetzt über die offene Homo- und Trans*feindlichkeit, die sich in einem Veto-Schreiben eines Bewohners vom Bettenhaus anlässlich der Veranstaltung mit Babsida de Kuku im Rahmen der Stonewall-Woche in Marburg im Zusammenhang mit dem Christopher Street Day geäußert hat. In einem linken Wohnprojekt, in dem auch Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Inter ohne Angst ein Zuhause haben können müssen, ist es unerträglich, dass solche Aussagen Räume verschließen und für gemeinsame Aktivitäten zerstören. Das macht uns traurig und wütend.

In einer Mail schreibt der Urheber des Vetos etwa von „bürgerlich opportunistischen und vereinnahmenden Schwulen und Lesben“ die ihmzufolge anderen Minderheiten – vornehmlich Trans*- und Inter-Personen – die Gelder wegnehmen würden (konkreter dem Autonomen InterTrans*-Referat, aber auch anderen Geldtöpfen). Seine Schlussfolgerung daraus lautet, dass Inter- und Trans*-Personen Raum und Ressourcen „an die Falken und die SchwulenLesben verloren“ hätten und man „diesen Menschen“ daher keine Räume zur Verfügung stellen dürfe; stattdessen sollen an dem Tag dort Veranstaltungen stattfinden, „die für die, die kein Mitspracherecht haben, etwas bringen”. Die Falken Marburg machen in ihrer Initiative klar, dass es sich bei dem Urheber des ‚Vetos‘ um dieselbe Person handelt, die seit einigen Jahren uns und Einzelpersonen aus unserer Struktur, sowie andere Strukturen, aber insbesondere auch das Autonome InterTrans*Referat öffentlich angreift und diffamiert, von uns gebuchte Referent*innen für Veranstaltungen kontaktiert und uns ihnen gegenüber diffamiert, und so an vielen Stellen Arbeit erschwert und verunmöglicht.

Wir müssen uns gemeinsam gegen derartige Gewalt zur Wehr setzen und solidarisieren uns daher mit den Initiative der SJ – Die Falken Marburg und bieten an die Veranstaltung gemeinsam durchzuführen und ggf. einen alternativen Veranstaltungsort bereit zu stellen. Gleichzeitig hoffen wir, dass sich die Bewohner*innen des Bettenhauses, als selbsterklärten linken Hausprojekt solidarisch mit uns gegen Homo- und Trans*feindlichkeit stellen und die Veranstaltung wie geplant in der Rakete stattfinden kann. Wir erwarten, dass ein heteronormativitätskiritischer Konsens auch in eine konkrete Praxis übersetzt wird!

Gleichzeitig stehen wir solidarisch, unserem eigenem Anspruch folgend, mit dem Bettenhaus und seinen Bewohner*innen gegen schockierende und überraschende Hausdurchsuchungen sowie die Bedrohung linker Räume. Wir unterstützen die Hausgemeinschaft bei ihrer Distanzierung vom Sachverhalt sowie den beschlagnahmten Gegenständen und der transparenten und offenen Aufarbeitung.

Wir fordern, auch von der breiten linken und queeren Öffentlichkeit, Solidarität mit den SJ – Die Falken Marburg, gegen Homo- & Transfeindlichkeit. Für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist in Marburg kein Platz, gerade nicht in linken Hausprojekten. Deshalb müssen wir Schulter an Schulter in Ausnahmesituationen unterstützen und gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einstehen.

 

Auf Inititative der Mitgliederversammlung des Autonomen Schwulenreferates
Marburg, den 17. Juni 2019.

Streiten für eine bessere Welt! Stellungnahme und politische Forderungen des Autonomen Schwulenreferates

Das Autonome Schwulenreferat im AStA Marburg steht für eine solidarische Gesellschaft, in der wir „ohne Angst verschieden sein“ können. Das Schwulenreferat besteht in diesem Jahr seit genau dreißig Jahren. Als basisdemokratisch organisierte Struktur begreifen wir es als unsere Verantwortung, uns als gesellschaftliche Akteur*innen zu positionieren und entsprechend zu handeln. Die Mitgliederversammlung vom 17. Juni 2019 möchte mit der Stellungnahme „Streiten für eine bessere Welt!“ einen Beitrag genau dazu leisten und einen Einblick in unsere aktuellen inhaltlichen Auseinandersetzungen gewähren.

 

  1. Von Demokratiedefiziten im AStA Marburg
  2. Städtische und Universitäre Entwicklungen
  3. Wir stehen für schwule intersektionale, solidarische Politik

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Statement: Marginalisierte Gruppen unter Beschuss: LHG und RCDS greifen autonome Referate an

In der nächsten Woche finden Hochschulwahlen statt. In der Wahlzeitung lassen sich in den Forderungen zweier hochschulpolitischer Gruppen – dem RCDS und der Liberalen Hochschulgruppe – Punkte finden, die vor allem mit rechtspopulistischen Phrasen auffallen und darüber die Arbeit autonomer Referate angreifen, diskreditieren und in Frage stellen. Das gibt uns Anlass dazu, Stellung zu beziehen.

Der RCDS, welcher sich nach eigener Aussage „zu christdemokratischen, konservativen und liberalen Werten” bekennt, fordert beispielsweise „die Abgrenzung der Hochschulpolitik von Allgemeinpolitik”, also eine Entpolitisierung der Hochschulpolitik. Es ist unschwer erkennbar, wie sehr Allgemein-, Stadt- sowie Hochschulpolitik miteinander zusammenhängen. Ein AStA, der sich nicht einmischt, wird seinem Zweck nicht gerecht. Zweifelhaft erscheint auch die Forderung zum „Erhalt der freien Diskussionskultur ohne übertriebene politische Korrektheit”. Was damit gemeint sein soll und wo der RCDS diese zu finden meint, bleibt unklar.

Der RCDS steht auch für „eine restriktivere Vergütung autonomer Referate” und schreibt sich auf die Fahne, eine angebliche „AStA Geldverschwendung stoppen” zu wollen. Die autonomen Räume im AStA und auch das intersektionale black_poc feministische Archiv sind erkämpfte Räume marginalisierter Gesellschaftsgruppen. Eine Kürzung der finanziellen Mittel ist eine Existenzbedrohung für die einzigen Räume dezidiert feministischer, und LGBTI-politischer Arbeit in Marburg.

Obwohl der RCDS in der Hälfte aller Forderungen studentische Kultur einschränken möchte, spricht er sich an späterer Stelle plötzlich für „den Erhalt studentischer Traditionen und Kultur” aus. Was unter ‚Tradition‘ verstanden wird, macht ein Blick auf die Listenkandidaten deutlich. Mindestens 50% sind in männerbündischen Studentenkorporationen aktiv. Nebst zwei Aktiven aus dem Verbindungshaus der ATV Marburg findet sich ein Korporierter der Marburger Burschenschaft Arminia. Während sich die ATV hauptsächlich aufs Saufen und Turnen unter Männern konzentriert, wird sich bei der Marburger Burschenschaft Arminia noch ganz traditionsbewusst gegenseitig das Gesicht mit scharfen Waffen demoliert. Die Arminia ist Gründungsbund der Neuen Deutschen Burschenschaft, einem nationalistischen Dachverband für Männerbünde.

Auch die Liberale Hochschulgruppe, kurz LHG, unterscheidet sich in ihren Forderungen selten vom RCDS.

Die LHG macht die angebliche Geldverschwendung besonders an den Minderheiten im AStA fest – genauer gesagt an, so gar nicht existenten, „5 LGBT-Referaten”. Derlei Argumente einer angeblich durch die schrille Minderheit unterdrückten Mehrheit (die ‚virulente Homolobby‘, die den ‚deutschen Volkskörper‘ unterdrückt) folgen derselben Logik, die im Zuge der Einführung von Antihomosexuellenparagraphen in Russland und anderen Ländern bedient wurde und ist anschlussfähig an Argumente des ultrarechten evangelikalen Flügels der AFD und darüber hinaus.

Die LHG fordert dafür aber einen „schlankeren AStA, der niedrigere Semesterbeiträge verlangt”– und zwar eben auf Kosten der Referate, die Interessenvertretung und Freiraum marginalisierter Minderheiten und Frauen* sind. Die Formulierung der „5 LGBT-Referate” lässt die Referate überflüssiger erscheinen, als eine Beschreibung der Realität der Referate es erreichen würde.

Es liest sich wie blanke Ignoranz, wenn so getan wird, als seien Autonome Referate intransparent. Das Autonome Schwulenreferat etwa finanziert als einzige schwule Struktur in ganz Mittelhessen mit einem Jahreshaushalt von gerade mal 6000€ ein umfangreiches Programm, welches in weiten Teilen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist. Es leistet Beratung, bietet Unterstützung bei thematischen wissenschaftlichen Arbeiten und stellt eine Bibliothek zur Verfügung, macht Antidiskriminierungsarbeit und ist basisdemokratisch organisiert.

Man kann der LHG bestenfalls Inkompetenz und schlimmstenfalls homophobe Agitation und gezielte Falschinformation vorwerfen. Für sie ist ein „AStA für Alle“ eine AStA ohne emanzipatorische Minderheitenpolitik.

Auch auf der Liste der LHG steht ein Korporierter. Dieser entstammt dem Verein Deutscher Studenten, einer Struktur, deren Gründung durch Antisemitismus angestoßen wurde.

Mit diesen Gruppen ist der Weg in die extreme Rechte schon längst geebnet.

Darum rufen wir alle Student*innen auf: solidarisiert euch mit den autonomen Referaten, informiert euch über die anstehenden Hochschulwahlen und wählt Listen, die die autonomen Referate unterstützen und sich gegen die rückwärtsgewandte Politik von RCDS und LHG stellen. Für eine Hochschule an der wir uns alle wohl fühlen können und nicht Einzelne meinen, alle zu sein.

Für eine solidarische Gesellschaft! Für mehr Freiräume! Für mehr Sichtbarkeit von Frauen* und Minderheiten! Gegen jede Form der Diskriminierung!

Autonomes Schwulenreferat im AStA Marburg.

Ein Hallo zurück! zum Sommer(semester)

Liebe Freund*innen,
Liebe Mitstreiter*innen,
Liebe Interessierte,

ich freue mich, euch im Sommersemester begrüßen zu dürfen. Wie in den vergangenen Jahren auch, haben wir ein umfangreiches Semesterprogramm zusammenstellen können. Verteilt auf die Vorlesungszeit findet ihr eine breite Auswahl unterschiedlicher Veranstaltungen, sodass für Viele etwas dabei ist.

Der Schwerpunkt des Programmes liegt in diesem Semester bei der Frage nach sexpositiven Zugängen zu schwuler Politik im Speziellen, und der Frage nach einer erfüllenden und selbstbestimmten schwulen Sexualität im Allgemeinen.

Es ist uns außerdem gelungen, die Kooperation mit dem Traumakino im G-Werk weiterzuführen. Die im letzten Semester mit der ROCKY HORROR PICTURE SHOW erfolgreich gestartete Reihe Traumakino-Tunten-Takeover bekommt im Sommersemester ein vol.2!

Ein besonders erwähnenswerter Erfolg aus den vergangenen Monaten betrifft die Bibliothek des Schwulenreferates. Eine Gruppe Aktiver aus der Mitte des Plenums im Schwulenreferat hat sich zusammengetan um unsere Bibliothek zu aktualisieren, neu zu strukturieren – und damit langfristig zu sichern und zugänglich zu machen. Schon bald wird es möglich sein, Literatur online zu recherchieren und bei uns zu leihen. Zum Stöbern und zu literarischen Gesprächen lädt die Arbeitsgruppe zu der von nun an immer Mittwochs von 12-14 Uhr stattfindenden Bibliothekssprechstunde.

Im vergangenen Semester haben wir die Arbeit des Plenums intensiviert und diversifiziert. Diese Arbeit möchten wir auch im kommenden Semester weiterführen und konsolidieren. Das Plenum des Schwulenreferates trifft sich immer an veranstaltungsfreien Montagen ab 18 Uhr in unserem Raum.

Zum Abschluss des Semesters freuen wir uns auf ein ganz besonders schönes Event: Wir organisieren den 1. Queeren Poetryslam Marburg – und zwar am Freitag, den 13. Juli im Trauma im G-Werk: open Air und kostenlos!

Schaut mal in unser Programm. Wir freuen uns, euch alle bei unseren Veranstaltungen wieder begrüßen zu dürfen.

Herzliche Grüße, auch im Namen des Plenums im Schwulenreferat,

Tarek Shukrallah
Referent


 

Veranstaltungsübersicht für das Sommersemester 2018

Semesterprogramm
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23. April ASR Sektempfang  
7. Mai Hörsaal +1/0030 Das Erbe Sodoms. Gleichgeschlechtlicher Sex in christlicher Ethik. Yannick Barnekow, Uni Marburg
28. Mai ASR Mitgliederversammlung  
11. Juni Hörsaal +1/0030 Studentische Korporationen, Burschenschaften und Homophobie. Zum Verhältnis von Männerbund und Homosexualität. Isla Misty, Marburg/Jena.
25. Juni +1/0030 GAY-AntiFa-Porn. Wie Politik ist Pornografie? Eine medienwissenschaftliche Annäherung. Gitte Schmitz, Tunte von Welt
9. Juli Hörsaal +1/0030 100% haram – beeing queer in islam Sercan Aydilek
13. Juli Trauma im G-Werk Queerer Poetryslam Lorem ipsum

Traumakino-Tunten-Takeover
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24. April Hedwig and the angry inch
29. Mai Tunten lügen nicht
12. Juni Gay Porn Shorts
10. Juli Otto or Up with the Dead People (Anschließende Diskussion mit Alexander Kollecker, Uni Marburg)

Sprechstunden
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Allgemeine Sprechstunden:
Montags, 16-18 Uhr
Dienstags 12-14 Uhr

Bibliothekssprechstunde
Mittwochs, 12-14 Uhr

Plenum
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an veranstaltungsfreien Montagen um 18 Uhr.
16. April – 30. April – 14. Mai – 4. Juni – 18. Juni – 2. Juli.

 

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Lass uns Zukunft machen!

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Nach einem fulminanten Start in das Semester und drei überaus gut besuchten Veranstaltungen im Oktober haben wir uns gestern in einer Runde von fünfzehn Mitgliedern versammelt um die konstituierende Mitgliederversammlung der Legislaturperiode 2017/2018 abzuhalten.

Ich freue mich, dass mir das erneut das Vertrauen ausgesprochen wurde, die Referatsarbeit als Referent zu begleiten und möchte mich deshalb bei allen Mitgliedern, aber insbesondere beim schwulen Plenum, ganz herzlich bedanken.

Das Protokoll zur Sitzung findet ihr hier zur Nachlese.

Solidarische Grüße,

Tarek.