Semesterglück!

Pünktlich zum Semesterbeginn sind wir stolz darauf, euch das nagelneue Semesterprogramm zu präsentieren. Ab der nächsten Woche auch überall als Flyer und Poster, bekommt ihr das Kunstwerk von Marcel Louis hier schon jetzt zu Gesicht.

Das letzte Semester war spannend und für uns ein Semester des Aufbaus. Wir haben daran gearbeitet, unsere Strukturen zu demokratisieren und Hierarchien abzubauen. Wir haben ein Plenum aufgebaut, in dem gemeinsam über wichtige Entscheidungen und uns bewegende Themen gesprochen wird. Wir haben daran gearbeitet, Diskriminierungen auch innerhalb unserer Strukturen abzubauen.

Vor allem freuen wir uns daher jetzt darüber, diese Projekte auch im kommenden Semester gezielt weiter vorantreiben zu können. Das euch vorliegende Semesterprogramm für Frühjahr und Sommer 2017 ist auch ein sichtbares Ergebnis gemeinsamer Diskussionen in einem demokratischen Tuntenplenum.

Vieles an unserem Programm und der Werbung ist neu. Wir wollen mit dem Layout ein Zeichen für die beginnende neue Ära setzen und betonen das mit dem deutlichen Statement:

Das Autonome Schwulenreferat ist kein Raum für Rassismus, Homophobie, Sexismus, Trans*phobie oder andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Wir haben uns dafür entschieden, im Sommersemester keinen Sektempfang anzubieten weil wir damit mehr Raum für Treffen des noch jungen Plenums schaffen können. Wir wollen in Zukunft mehr inhaltlich arbeiten und die Möglichkeit haben, uns in mehr Kontexten aktivistisch zu betätigen. Sektempfang ist für uns das, was passiert, wenn Menschen zusammenkommen und sich miteinander wohl fühlen, lachen und streiten können und dabei auch Sch-Sch-Schaumwein fließt. Das können wir auch ohne Programmerwähnung und lassen den offenen Platz lieber für inhaltliche Auseinandersetzungen.

In diesem Semester geht es verstärkt um zwei Themen:

Das eine Thema ist das Leben und Erleben schwuler Sexualität. Die Aktivisten der bundesweit einzig sichtbaren Gruppe, die sich öffentlich für die Nutzbarmachung der Prä-Expositionsprophylaxe in der HIV-Prävention einsetzt, die lovelazers, leiten deshalb das Semester ein. Bitte nehmt Rücksicht darauf, dass die Veranstaltung „Schwule ficken ohne Gummi“ sich nur an Schwule und bisexuelle Männlichkeit_en richtet. Es soll die Möglichkeit sein, in einem geschützten Rahmen über Sexualität und Prävention zu sprechen. Bei der Veranstaltung „Dora liest dirty“ wird schwuler Sex verbal. Dora Dyna’Maid liest schwule Fanfiction von A wie Harry Potter bis Z wie Faust und Justin Bieber. Wer ebenfalls etwas vorlesen möchte, kann das via Mail an schwulenreferat(ÄTT)asta(bindestrich)marburg(Punkt)de anmelden! Schamlos für eine schambefreite und selbstbestimmte schwule Lust.

Das andere Thema ist eines, das nicht nur in den Communities zur Zeit besonders brisant und präsent ist. Wie gehen wir mit Rechtspopulismus in unserer Mitte um, und was bedeutet es auch für uns, emanzipatorische Kämpfe zu führen? Jan Schnorrenberg  hält dazu den Vortrag „Rechter Backlash aus der Community. Rechte LSBT*I, schwuler Rechtspopulismus und seine Verschwörungstheorien“. Es geht uns jedoch nicht nur um die Frage, wovon wir uns abgrenzen möchten, sondern auch darum, welcher Raum wir sein wollen und an welche Erzählung wir anknüpfen möchten. Der Frankfurter Schriftsteller und Buchautor Jannis Plastargias wird deshalb aus seinem Buch „RotZSchwul. Der Beginn einer Bewegung“ lesen. Das Buch historisiert die Errungenschaften der revolutionären linken Schwulenbewegung „Rote Zelle Schwul (RotZSchwul)“ in Frankfurt am Main in der ersten Hälfte der 70er Jahre. Zu guter Letzt möchten wir das Semester mit einem Drag-Workshop abschließen. Tunten, Drag-Queens, Drag-Kings und die, die es werden wollen, sind dazu eingeladen kurz vor dem Klausurenstress in gelöster Atmosphäre den Griff in die Schminkkiste und zum Minirock zu tun.

Mitgliederversammlung am Tag der Befreiung? Demokratie ist wichtig, finden wir. Deshalb das Datum!

Wer sich einbringen will, kann das nicht nur am Stand zum Internationalen Tag gegen Homo- und Trans*phobie tun. Auch das Plenum steht für alle offen, die Lust haben, ihre Energie in ein Projekt zu stecken in dem es um Sex, Punk und Politik geht. Und weil aller Anfang manchmal schwer ist, gibt es den Ersti-Abend am Ostermontag.

Wir freuen uns auf euch!

Das Referatsplenum und der Referent.

Ach ja, das Programm:

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