Homophober Angriff gegen das AFLR

Das Autonome Schwulenreferat verurteilt den homophoben Angriff auf das Autonome FrauenLesbenReferat auf das Schärfste und unterstützt die folgende Erklärung des AFLRs uneingeschränkt.

2014-01-22 AFLR„Am Wo­chen­en­de vom 17.-19. Ja­nu­ar 2014 wurde nachts an die Au­ßen­wand des AFLR mit roter Sprüh­far­be ge­schrie­ben: männ­lich + weib­lich = na­tür­lich! Wir be­dan­ken uns sehr bei den un­be­kann­ten Freun­d_in­nen vom AFLR, die dar­über schrie­ben „Gegen den he­te­ro­s­e­xis­ti­schen Nor­mal­zu­stand! We love AFLR!“ und freu­en uns, dass so schnell re­agiert wurde.

Di­rek­te ho­mof­eind­li­che Ak­tio­nen neh­men zur Zeit zu. Vor Kur­zem wurde in Kas­sel das Au­to­no­me Schwu­len­re­fe­rat mit Kot be­schmiert. Jetzt die­ser An­griff auf das Au­to­no­me Frau­en­Les­ben­Re­fe­rat in Mar­burg. Schon im Som­mer 2012 wurde ein Fens­ter des AFLRs ein­ge­schla­gen, was wir als an­ti­fe­mi­nis­ti­schen und les­ben­feind­li­chen Akt wer­ten.
Die ak­tu­el­len An­grif­fe ste­hen nicht im lee­ren Raum, son­dern haben mit der öf­fent­li­che De­bat­te um Ho­mo­se­xua­li­tät zu tun. Die Pe­ti­ti­on „Keine Auf­klä­rung unter der Ideo­lo­gie des Re­gen­bo­gens“ in Ba­den-​Wür­tem­berg hat hohe Wel­len ge­schla­gen und viele Un­ter­stüt­ze­rIn­nen ge­fun­den. Zen­tral ist ihnen der Schutz der he­te­ro­se­xu­el­len Ehe und Klein­fa­mi­lie und die Be­to­nung der Na­tür­lich­keit die­ser Le­bens­form. Jeg­li­che Le­bens­wei­sen, die von die­sem Mo­dell ab­wei­chen, wer­den als un­na­tür­lich, per­vers, ge­fähr­lich für die Ge­sell­schaft klas­si­fi­ziert. Auch in Mar­burg habe viele Bür­ger_in­nen die­sen Auf­ruf un­ter­schrie­ben, dar­un­ter auch Do­zen­ten der Phil­ipps-​Uni­ver­si­tät Mar­burg. (Ak­tu­ell Seite 100 der Un­ter­stüt­ze­rIn­nen, Zu­griff 24.​Januar 2014) Viele der Un­ter­zeich­ne_in­nen dis­tan­zie­ren sich davon, dis­kri­mi­nie­rend zu sein. Die ver­mehr­ten ho­mo­pho­ben An­grif­fe ma­chen je­doch deut­lich, dass De­bat­ten die­ser Art dazu füh­ren, dass die Feind­schaft gegen Les­ben und Schwu­le, sowie gegen Trans* und Inter*per­so­nen ge­sell­schafts­fä­hig bleibt. Auch wenn in der öf­fent­li­chen De­bat­te Les­ben wie so oft un­sicht­bar blei­ben, sind sie es für An­grei­fer_in­nen nicht. Ge­ra­de in Mar­burg und Um­ge­bung schaf­fen fun­da­men­ta­lis­ti­sche Chris­t_in­nen ein Klima, in dem fest­ge­legt bleibt, wel­che Art von Liebe und Sex über­haupt zu­ge­las­sen ist – Ho­mo­se­xua­li­tät bleibt nach An­sicht derer krank­haf­te Per­ver­si­on.
Wir haben weder Bock auf na­tu­ra­li­sie­ren­de, evan­ge­li­ka­le, pa­tri­ar­cha­le noch sonst wie ge­ar­te­te Be­schwö­rung der he­te­ro­se­xu­el­len Part­ner­schaft (sic!)/Ehe und Fa­mi­lie. Wir ver­ste­hen diese Schmie­re­rei­en nicht als Sach­be­schä­di­gung, son­dern als einen Akt les­ben­feind­li­cher Ge­walt. Er zeigt, dass wir noch viel zu tun haben.
Um un­se­re gran­dio­sen Sprü­her_in­nen zu zi­tie­ren: Gegen den he­te­ro­s­e­xis­ti­schen Nor­mal­zu­stand!“

Erklärung des AFLRs vom 24. Januar 2014

//Felix & philip

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